Grüne bringen frischen Wind in den Endorfer Marktgemeinderat

Ein Jahr sitzen Eduard Huber und Züleyha Düzenli bereits für die Endorfer Grünen im Gemeinderat.
Mit den Listenkandidaten diskutierten beide über Erfolge und Schwierigkeiten ihres Engagements in den vergangenen Monaten.

Das Fazit nach einem Jahr ist durchaus positiv: Als neue und noch kleine Gruppierung haben sich die Grünen dennoch sehr schnell Respekt verschafft. Mit einer Reihe von Anträgen und Anfragen sorgte die grüne Fraktion für frischen Wind und neue Ideen – wenn auch nicht immer zum Wohlgefallen der Bürgermeisterin und der etablierten Gruppierungen.

Die Grünen sind in allen Ausschüssen vertreten. Züleyha Düzenli wurde mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat der Stiftung Gesundheitswelt Chiemgau gewählt und referiert für den Gemeinderat zu den Belangen der Endorfer Asylbewerber. „Eine Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht“, berichtet Düzenli, „vor allem, weil hier in Endorf dank der vielen ehrenamtlichen Helfer Flüchtlinge aus allen Teilen der Welt, wirklich willkommen sind und sich gut aufgenommen fühlen.“

Auch freut es die beiden Gemeinderäte, daß die von den Grünen angeregte Bürgerbefragung zu den baulichen Problemstellen auf Endorfs Straßen inzwischen beschlossen wurde und kurz vor der Umsetzung steht.

Bei anderen Themen jedoch, so berichtete Fraktionssprecher Eduard Huber ein, braucht man einen längeren Atem

Mehr Transparenz und mehr Bürgernähe – das war den Grünen von Beginn an ein großes Anliegen. Hier wurde leider von der Mehrheit des Marktgemeinderates und der Bürgermeisterin die Einrichtung einer Bürgerfragestunde vor jeder öffentlichen Sitzung abgelehnt.
Über einen Antrag auf Veröffentlichung auch der Tagesordnung des nichtöffentlichen Teil brütet die Verwaltung derzeit noch.

Unbefriedigend ist ebenfalls der Umgang der Bürgermeisterin mit dem Thema Gesundheitswelt Chiemgau.
Noch immer warten beide auf die bereits im Sommer 2014 angeforderten Unterlagen, die in den vergangenen Legislaturperioden zum Thema „Gesundheitswelt“ erarbeitet wurden. „Uns ist es unerklärlich, wie ein Gemeinderat über ein derart weitreichendes Thema entscheiden soll,
ohne eingehend informiert zu werden“, ärgert sich der Fraktionssprecher Huber.
Die jüngsten Entwicklungen und die drohende Schließung der Therme gäben den Grünen mit ihrem Drängen auf eine eingehende Diskussion der Probleme recht. „Man hat nun wieder ein Jahr lang das Problem vor sich hergeschoben – ein Jahr, in dem man gut zu geeigneten Lösungen hätte kommen können“, sagt Huber.

Kritische Fragen aus den eigenen Reihen mussten sich die Grünen Gemeinderäte für ihr Nein zum Erhalt des Endorfer Moorbades anhören.
Einigen Listenmitgliedern schien es ungerechtfertigt, Millionen in ein marodes Thermegebäude zu stecken, den dazu vergleichsweise günstigen Erhalt des einst beliebten Moorbades jedoch aus Kostengründen abzulehnen. Hier verwiesen beide Räte auf das letztlich geringe bürgerliche Engagement. Zwar erkennen beide die Unterschriften und den neu gegründeten Verein zur Rettung des Bades an. Den grünen Räten fehlte jedoch eine Perspektive über das aktuelle Jahr hinaus. „Wir hätten es gerne gesehen, wenn die Bürger sich hier verbindlich auf ein Engagement festgelegt hätten – finanziell wie personell. Das konnten wir jedoch nicht erkennen“, meint Eduard Huber. „In der entscheidenden Sitzung versuchten wir den Moorbad-Freunden goldene Brücken zu bauen. Letztendlich wollte aber der Verein alle Verantwortung und alle Kosten bei der Gemeinde belassen.“

Insgesamt freuen sich beide Räte auf die kommenden Jahre im Gemeinderat. „Es ist eine wichtige Legislaturperiode, in der von der Ortsentwicklung bis zur Sanierung der maroden Thermen weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, die das Bild unseres Ortes und seine Zukunft auf Jahrzehnte hinaus bestimmen werden“, sagt Eduard Huber.

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