Keine Probleme dank ehrenamtlicher Helfer.

Die Integration der Endorfer Asylbewerber und Flüchtlinge ist eine große Aufgabe: Der Endorfer Helferkreis stellt sich ihr seit Jahren.
Die Marktgemeinderätin der Endorfer Grünen und Asylbeauftrage der Gemeinde, Züleyha Düzenli, und die Koordinatorin für Asylfragen Anneliese Rotter berichten:

Deutsch und Mathe unterrichten, Formulare ausfüllen, Arbeit suchen oder Spiele spielen – der Helferkreis Bad Endorf engagiert sich in vielfältiger Weise für die Flüchtlinge.
Doch die Hilfe stößt auch an Grenzen.
Der Helferkreis Bad Endorf verdient unseren vollen Respekt und jede Menge Lob. Dank der Helfer haben wir kaum Probleme. Das freut die Ehrenamtlichen natürlich, doch ihr Engagement für die Flüchtlinge ist nicht einfach.

Der Helferkreis jedoch braucht dringend Hilfe. Es gibt einen harten Kern von fünf bis zehn Personen, der regelmäßig im Einsatz ist, sowie einige weitere Bürger, die gelegentlich dabei sind.
Doch es könnten mehr sein, die Belastung für den inneren Kern ist phasenweise hoch. „Wir benötigen mehr Unterstützung“, so hieß es beinahe in fast jeder Sitzung des Helferkreises.

Wenn man auf die Zahlen blickt, hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr entspannt. Derzeit leben rund 80 Flüchtlinge in Bad Endorf.
Nur einige Familien sind in vernünftigen Wohnungen untergebracht, der Rest wohnt in kleineren Einheiten, wo die Wohnverhältnisse sehr schlecht sind: eine siebenköpfige Familie in einer Zweizimmerwohnung, in der das Lernen für die schulpflichtigen Kinder extrem schwierig ist oder unsere alleinstehenden Frauen und Männer in Wohnheimen, wo das enge Zusammenleben immer wieder zu Konflikten führt.
Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, aus dem Irak, aus Eritrea und Somalia. Die Zahl der Flüchtlinge ist bis jetzt fast gleichgeblieben, aber die Aufgaben werden spezieller. „Wir müssen gezielter helfen“, sagt der Helferkreis.
Deutsche Bürokratie ist selbst für einen Einheimischen nicht immer leicht zu durchschauen, das Ausfüllen von Formularen ist eine Wissenschaft für sich. Das ist ohne Hilfe nicht zu schaffen. Da es für die Endorfer Flüchtlinge im Rathaus keine Anlaufstelle für solche Fragen gibt, setzt sich der Helferkreis auch hier sehr stark ein.
Dazu gehören auch Termine mit Anwälten. Die Asylanträge einiger Flüchtlinge wurden abgelehnt. Oft ist es schwierig für sie, vor den deutschen Behörden die konkrete Bedrohung im Heimatland nachzuweisen. Doch wer die Geschichten der Menschen kennt, weiß man, die können nicht zurück. Gegen die Ablehnungen laufen derzeit die eine Reihe Widersverfahren, die jedoch erst vor Gericht verhandelt werden müssen.
Dass es in Endorf keine Probleme mit den Flüchtlingen gibt, bestätigt den Helferkreis in seiner Arbeit. Das haben wir nur unseren starken, gut organisierten und fleißigen Helfern zu verdanken.

Geduld bei der Jobsuche

Der Helferkreis Bad Endorf ist nun seit einigen Jahren in der Flüchtlingshilfe tätig. Anfangs war neben der Mithilfe bei Formalitäten, der Unterstützung bei Schul- und Sprachkursfindung und der Begleitung zu Arztterminen meist die Verständigung das größte Problem. Inzwischen sind die Sprachkenntnisse gut, aber oft noch nicht gut genug, um Formalitäten alleine zu bewältigen, Telefonate mit Behörden verständlich zu erledigen und bürokratische Zusammenhänge zu erkennen.
or allem die Jobsuche verlangt viel Geduld von den Flüchtlingen als Arbeitnehmern und manchmal auch von den Arbeitgebern. Große Probleme gibt es bei der Wohnungssuche: Sie scheint schier aussichtslos. Der freie Wohnungsmarkt ist angespannt und Sozialwohnungen sind belegt. Was bleibt da noch?
Die Regierung sieht vor, dass Flüchtlinge die Asylunterkunft nach der Anerkennung verlassen.
Doch solange das Wohnungsangebot dafür fehlt, ist dies leider nicht möglich.

Wir haben unsere Flüchtlinge hier im Ort kennen und schätzen gelernt.
Ohne unsere Unterstützung wäre es sehr problematisch für sie.
Der Helferkreis hofft auf mehr Unterstützung und Offenheit
– zur besseren Integration und zur Entlastung unermüdlicher, ehrenamtlicher Helfer.

Kontakt zum Helferkreis Bad Endorf:
Tel. 08053–94 94

Züleyha Düzenli
kümmert sich für den Endorfer Marktgemeinderat um die Belange der Asylbewerber.

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