Besser ist Fahrrad!

Vier Endorfer Grüne nahmen in München an der großen Demo des ADFC für ein bayerisches Rad-Gesetz teil.
Die Forderung:
Endlich mehr Platz für den Radverkehr – auch in Kommunen wie Bad Endorf!

Eine Fahrrad-Demonstration für ein „Rad-Gesetz“.

Auf Einladung des ADFC (Allgemeiner-Deutscher-Fahrrad-Club) Rosenheim fuhren sieben ambitionierte Radler bei traumhaftem Radlwetter von Rosenheim nach München. Der ADFC Bayern rief zu einer Sternfahrt auf, um der Forderung nach einem Rad-Gesetz in Bayern Nachdruck zu verleihen.

Eduard, Martin und ich trafen uns also um 8 Uhr am Bahnhof Rosenheim mit unserem Tourenführer Mario und drei weiteren Mitstreitern zu diesem Vorhaben.
Es hieß, um 12 Uhr und nach 63 Kilometern sollen wir uns mit weiteren Teilnehmern dieser Sternfahrt am Ostbahnhof in München treffen.
So fuhren wir also den Mangfall-Radweg Richtung München entlang.

Eine landschaftlich sehr lohnenswerte Tour, insbesondere wenn man bedenkt, dass man Richtung Nordwesten radelt; sonst zieht es mich eigentlich immer mehr in Richtung der Berge.
Mit kleinen Pausen und einem Stopp in einer Eisdiele erreichten wir pünktlich mit einer spontanen Mitaktivistin den Ostbahnhof.
Dort erahnte man langsam, welches Ausmaß unser Korso noch bekommen sollte. Auf einem ordentlich abgesperrtem Kurs (etwa 500 Radler) ging die Fahrt zum Königsplatz weiter.
Von dort aus wuchs die Teilnehmerzahl auf über 4.000 Radler an und ging in einem mehrere Kilometer langen Korso durch die Altstadt von München bis zum Olympiapark. Genial – Polizei und ADFC-Organisatoren sperrten für UNS die Straßen Münchens ab.
So macht selbst dem Landvolk (quasi uns) das Radeln in der Stadt Spaß.

Aber worum geht es in diesem „Rad-Gesetz“ konkret?

Der ADFC Bayern fordert:
Einen verbindlichen Maßnahmenplan zum „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“.

• Ein sicheres, komfortables und durchgängiges Radwegenetz in ganz Bayern
• Gute Radstellplätze – insbesondere an allen bayerischen Bahnhöfen
• Eine Verdoppelung des Budgets für die Förderung des Radverkehrs
• Dreimal mehr Personal für die Umsetzung des „Radverkehrsprogramms Bayern 2025“
• Eine Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn

Diese Forderungen kann man im Internet detailliert nachlesen unter:
www.radgesetz-bayern.de

Am Olympia-Gelände wurde dieses „Rad-Gesetz“ von Prominenten unterschiedlicher Parteien in einer Podiumsdiskussion kontrovers diskutiert. SPD, Freie Wähler, Die Linke und natürlich Die Grünen, vertreten durch Katharina Schulze, unterstützen das „Rad-Gesetz“. Nur Thomas Huber (CSU) spricht sich dagegen aus.

Mein Resümee dieses Tages

Die Forderungen des ADFC sind wichtige, zukunftsweisende Veränderungen in unserem Verkehrssystem. Radfahren ist immer noch das effizienteste, umweltfreundlichste und gesündeste Fortbewegungsmittel unserer Gesellschaft.
Dieses also zu unterstützen, ist eine wichtige grüne Aufgabe, auch und vor allem in Bad Endorf.
Nur – 2025 – eine verdammt lange Zeit.

Bis dahin kann es fast nicht so weitergehen wie bisher. Erst vor kurzem wurde wieder eine Radfahrerin in Rosenheim von einem Lastkraftwagen überrollt.
Ich bin viel mit dem Rad unterwegs und habe beruflich und privat viel mit Menschen zu tun. In zahlreichen Gesprächen kommt immer wieder heraus:
Eines der Hauptprobleme unserer Gesellschaft im Straßenverkehr ist die fehlende Toleranz.
Autofahrer tolerieren keine Radler auf IHREN Straßen, Radler keine Fußgänger auf IHREN Radwegen, Bergwanderer keine Radler auf IHREN Forststraßen, Radler keine Autos auf IHREN Nebenstraßen usw. Letztendlich hat man den Eindruck, es herrsche Krieg in diesem kleinen Verkehrskosmos.

Die Verkehrsteilnehmer werden immer zahlreicher, die E-Biker kommen noch hinzu und auch die Absatzzahlen der Autoindustrie steigen und steigen.
Wollen wir etwas verändern, muss jetzt schon im Kleinen gehandelt werden. Würde sich jeder einmal in die Lage des anderen versetzen und jeden Verkehrsteilnehmer als Mitmenschen akzeptieren, dann wäre Radfahren deutlich sicherer.
Es liegt immer an uns, die Welt ein kleines Stück besser zu machen. 

Anderl Bärtschi
wundert sich auch weiterhin, wie zaghaft Bad Endorf das Thema Radverkehr angeht.

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