Speicher für die Zukunft.

Auf politischer Ebene ist die Energiewende unter der großen Koalition ein wenig ins Stocken geraten.
Das muss jedoch nicht heißen, dass man sie nicht bei sich zuhause umsetzen kann.
Thomas Restle wird mit seinem Haus zunehmend autark.
Die Sonne liefert die Energie und der Stromspeicher bewahrt sie auf, auch für schattige Tage:

Seit vier Jahren erzeugt auf unserem Hausdach eine Photovoltaik-Anlage aus Licht Strom.
Quasi geschenkten Strom.
Logischer nächster Schritt war die Installation eines Stromspeichers, um mehr Solarstrom selbst zu verbrauchen und nur noch einen geringen Anteil elektrischer Energie ins öffentliche Netz einzuspeisen. Absicht ist es, weniger Klimagase zu erzeugen und Teil der Energiewende und des Atomausstiegs zu sein.

Ich misstraue dem politischen Willen der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung, was die Energiepolitik in Deutschland und Bayern betrifft, völlig. CDU, CSU und SPD tun keinen Schritt in Richtung Ausstieg aus Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas (die FDP war da auch nicht besser). Der Atomausstieg bis 2022 und die gleichzeitige Energiewende ist alles Andere als eine Kleinigkeit. Wie sehr die CSU auf dem Holzweg ist, zeigt eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig (Die Grünen) an die vormalige Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner.

Stümpfig fragte danach, wie es denn mit der Stromversorgung nach der Abschaltung des letzten Atomkraftwerks in Bayern aussehe. Nach Schätzung des CSU-Wirtschaftsministeriums wird der Freistaat im Jahr 2025 zwischen 40 und 50 Prozent seines Strombedarfs durch Einfuhr decken müssen. Die Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien seien derzeit „echt schlecht“. So die Antwort des Ministeriums.
Das ist keine verantwortungsvolle Vorbereitung auf ein zukünftiges Energierückgrat in Bayern mit großteils eigenständiger Stromversorgung aus erneuerbaren Energien.

Also beschlossen wir, unseren Atomausstieg selbst zu machen!
Wir erzeugen und verbrauchen Solar-Strom selbst und speichern überschüssigen Strom in die Lithium-Ionen-Batterien. Nur der restliche Strom wird ans Stromnetz weitergeleitet. Das Ganze geschieht durch lernfähige Steuerung in der aus Wechselrichter für die Solarzellen und Energiemanager für den Akkumulator bestehenden Anlage.
Anlaufschwierigkeiten gab es keine. Ein mit 8,8 Kilowattstunden großzügig ausgestatteter Speicher kostete 2017 noch gute 10.000 Euro, wird über die KfW-Bank günstig finanziert und stellt eine durch die EU gestattete Förderung dar.
Dieser Umstand erklärt, warum im Zuge des KfW-Antrags vor dem Kauf der Anlage eine De-Minimis-Erklärung zu unterschreiben ist.
Man erklärt somit, nur einen kleinen Betrag gefördert zu bekommen und dass dieser Betrag keine wettbewerbsverzerrende Wirkung hat.

Keine Goldgrube.

Reich wird man mit der Investition nicht.
Da kommt man mit ethisch fragwürdigen Aktienpaketen vom Rüstungshersteller Heckler & Koch, vom Chemieriesen Bayer/Monsanto oder von Nestle besser weg. Wir sind mit ein paar wenigen hundert Euro im Jahr auch zufrieden. Wir verkaufen zwar weniger Strom ins Netz, aber beziehen wiederum auch weniger elektrische Energie vom öffentlichen Öko-Stromversorger.

Eine Bilanz kann man erst ziehen, wenn ein gutes Jahr vorbei ist.
Wir entschieden uns gegen ein sogenanntes „Flat-Rate-Paket“ eines Anbieters, der unsere Batterie genutzt hätte, um günstigen überschüssigen Strom aus hellen Tagen einzuspeichern und in flauen Tagen teuer zu verkaufen. Gemäß der Parole „Global denken, regional einkaufen“ blieben wir dabei, den selbst erzeugten Strom im Haus zu verbrauchen. Auch bei Service und Installation vergaben wir den Auftrag in der Region.
Richtig ökologisch rund wird es bei uns dadurch, dass wir unser kleines elektrisches Auto mit eigenem Strom laden können.

Thomas Restle hat die Energiewende selbst in die Hand genommen.
Sein Haushalt wird von der Sonne verwöhnt.

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