Schöner wohnen mit Bienen.

Von Magdalena Restle und Christine Wildgruber.

Bevor unsere fleißigen Helferinnen bei uns eingezogen sind, wollten wir sicher gehen, dass sie nicht das gleiche Schicksal erleiden, das vielen Insekten mittlerweile den Garaus macht:
Leergeräumte, eintönige, ständig gemähte Wiesen und Rasenflächen, ohne Blüten und Futter für Insekten.
In unseren privaten Gärten legten wir so richtig los und pflanzten insektenfreundliche Stauden, Sträucher, Bäume und Blumenwiesen – angefangen bei Winterlingen, Schneeglöckchen und Krokussen über Weiden, Obstbäume, Kornelkirsche, ungefüllte Duftrosen und Beerensträucher, bis hin zu Salbei, Thymian, Oregano, Schnittlauch, Beinwell, Zierlauch, Flockenblume und vielen mehr – die Vielfalt der bienen- und insektenfreundlichen Pflanzen abseits von Geranie, Petunie und sterilem, englischem Rasen ist schier unendlich, sieht schön aus und wirft Obst, Gemüse und Kräuter ab.

Vom Spätwinter bis zum Spätherbst fällt so einiges an Tracht für Honig- und Wildbienen sowie viele ihrer geflügelten Genossen an.
Sie bestäuben fleißig alles und tragen so zu einer ertragreichen Ernte bei. Wir mähen nur einige wenige Male im Jahr – das spart Zeit und liefert Gras und Heu für die Schafe eines Freundes.

Rat vom versierten Imker.

Ebenso wichtig waren die Ausbildung und erste Praxiserfahrungen am Lehrbienenstand bei erfahrenen Imkern. Glücklicherweise bekamen wir letztes Jahr ein Jungvolk mit einer frischen Königin von einem versierten Imker geschenkt, der uns auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht.
Jetzt wurde es spannend:
Würde die neue Königin auch Eier legen?
Sie tat es. Die erste Hürde war genommen, und schon bald bauten die Arbeiterinnen die frischen Mittelwände zu Waben aus, umsorgten eifrig die Brut und das Volk wuchs bis Mitte Juli stark heran. So bescherte es uns den ersten Honig. Auch wenn dieser nicht unsere primäre Motivation zum Imkern ist: Unser eigener Bienenhonig schmeckt einfach unglaublich gut.

Wir können dem Insekten- und Vogelsterben entgegenwirken und nebenbei die Natur genießen. Nach unseren Erfahrungen tragen auch „weniger gepflegte Ecken“ im Garten wie Haufen aus Zweigen, Totholz, Laub und Steinen, Brennnesseln als Raupenfutter und zum Ansetzen einer Jauche, einige Quadratmeter hohes Gras, dichte Staudenhecken und vieles weitere zur Artenvielfalt erheblich bei. Pestizide, Insektizide und andere Chemie im Garten verbieten sich selbstverständlich und natürlich gärtnern wir torffrei!

Bei uns findet man seltene Schmetterlinge – wie beispielsweise den wunderschönen Schwalbenschwanz, der als Futterpflanze für seine Raupen die Wilde Möhre oder Fenchel benötigt.
Sie überwintern als Puppen unter der schützenden Pflege unseres Vaters und werden im Frühsommer wieder ausgewildert. Es ist gar nicht so schwierig, einen Garten insektenfreundlich und naturnah zu gestalten. Im Gegenteil: Wenn nicht ständig gemäht und saubergemacht werden muss, ist ein Garten sogar weniger aufwändig.

Summen und Brummen

Bei uns summt und brummt es in allen Winkeln: Hummeln und andere Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlinge, die nützlichen Schlupfwespen, Käfer, Grillen und andere Insekten begleiten uns schon beim Frühstück auf der Terrasse. Meisen, Spatzen, Gartenrotschwanz, Kernbeißer, Stieglitz, Fledermäuse, Igel und Kröte profitieren von der pflanzlichen und tierischen Vielfalt. Bänke und Sitzecken neben unseren Blumenwiesen sorgen dafür, dass auch unser Genuss nicht zu kurz kommt. Lieblingsplätze zum Entspannen, Staunen und Verweilen entstehen.

Wie es weiter geht: Vor ein paar Wochen haben wir ein Ablegervolk angelegt – unser zweites Bienenvolk ist nun im Aufbau und entwickelt sich gut. Wir sind der Meinung: Unsere Investitionen und unsere regelmäßige Fürsorge haben sich gelohnt. Es macht Spaß, den Entwicklungen zuzusehen. Wir sind gespannt auf das, was da kommt. Wer Lust bekommen hat am bienenfreundlichen Gärtnern, am Erhalt der natürlichen Vielfalt und vielleicht sogar am Imkern – wir geben gerne Tipps und teilen unsere Erfahrungen. Wir können und wollen ermutigen, im eigenen privaten Bereich etwas gegen das bedrohliche Artensterben zu tun und gleichzeitig jeden Tag aufs Neue dankbar zu staunen und sich am Wunder der Natur zu erfreuen. 

Magdalena Restle und Christine Wildgruber
sind zwei Schwestern und Nachbarinnen.
Mit ihrem gemeinsamen Bienenstand fördern sie in ihren Gärten Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren:
„Selbst etwas für den Erhalt der Arten zu tun ist nicht schwierig und lohnt sich, sind wir überzeugt.“

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