Alles Fahrrad!

Der Endorfer Marktgemeinderat entdeckt das Fahrrad. Und diskutierte am vergangenen Dienstag Abend mit dem Antrag der Grünen Fraktion die Katharinenheimstraße in beide Richtungen für Radler zu öffnen, schon einmal vorsichtig erste konkrete Schritte.

Immerhin, die 200 Radler, die auf unsere Initiative hin im September durch den Ort gefahren sind, scheinen einen Eindruck auf alle Fraktionen hinterlassen zu haben. Selbst in der CSU-Fraktion behauptet man inzwischen, schon mal mit dem Fahrrad durch den Ort unterwegs gewesen sein und erkennt dort Handlungsbedarf. Allenthalben droht Gefahr! Die Bahnhofstraße ein Nahkampfgebiet mit Rasern, Traktoren, Bussen und tonnenschwerem Lastverkehr! Wer dort hinein allen ernstes einen Fahrradfahrer schicken möchte, der handelt zynisch! So der Vorwurf des reichlich empörten Fraktionssprechers. Lieber will man abwarten, denn man plant ja schon mit den Planungsbüros an einem integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept, das „ganzheitlich“ ist und sich ja irgendwie auch gut für die Radler und Fußgänger auswirken soll.

Wie konkret diese Segnungen nun aussehen sollen, da wurde man dann doch lieber wieder vage. Zwar kam aus Reihen der ABE ein konstruktiver Vorschlag: Was, wenn man den Radlern erlaube, über den Moosbauerplatz zum Bahnhof zu fahren? Das wäre gut, nur leider habe man als Gemeinde auf Privatgrund, das ist der Moosbauerplatz, nur wenig Handlungsspielraum. Auch diese Diskussion führte also ins Leere.

Davon, die Einfahrt zur Katharinenheimstraße zu verengen, um das Abbiegen dorthinein zu erschweren, hielt man nur wenig. Selbst wenn sich auch der ein oder andere Fußgänger im Einmündungsbereich über eine Möglichkeit zur sicheren Querung der Straße freuen dürfte. Mit der Öffnung der Straße für Fahrradfahrer stünden auch einige Parkplätze zur Disposition. In Endorf eine heilige Kuh! Keine Diskussion!

Man entschloss sich also wieder nichts, zu tun, lehnte 18 zu 1 ab und aus der ÜWG hieß es noch, man fahre ohnehin schon immer mit dem Fahrrad über den Moosbauerplatz durch die Fußgängerzone. Wenn man da langsam fahre, dann sage auch keiner was. Wer solle da nur keine schlafenden Hunde wecken: „Was soll die ganze Aufregung!“, zeigte sich die Rätin der Überparteilichen ein wenig ratlos.

Wir als Grüne bleiben gespannt, mit welchen konkreten Vorschlägen nun das Leben der Radler und Fußgänger in Endorf erleichtert werden soll. „Ganzheitlich“ sollen sie ja immerhin sein – man wird sich wohl freuen dürfen! Später mal, irgendwann! Noch kurz war am Ende ein Bedürfnis zu ahnen, den 200 Radlern auf der ersten Endorfer Radlerdemo doch etwas Konkreteres anbieten zu können: Könnte man nicht wenigstens mit den Eigentümern des Moosbauerplatzes reden? „Das war nicht der Antrag!“, bremst schnell die Rathauschefin. Weiter mit dem letzten öffentlichen Punkt für diesen Tag: Sonstiges, Übriges und Irgendwas!

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