Mobilität – Heute und Morgen.

Verfolgt man die heutigen Medien, so wird man in Sachen Individualverkehr schnell frustriert feststellen:
Es ist am ökologischsten, man bleibt daheim oder radelt.
Diesel, Stickoxid, man kann es nicht mehr hören, Benzin, Kohlenstoffdioxid, das weiß heute jedes Kind.
Und Elektromobilität ist auch keine Lösung für alle, da die Akkus dieser Gefährte benötigen seltene Rohstoffe, welche nicht unendlich zu Verfügung stehen: insbesondere Lithium und Kobalt werden beide überwiegend in Asien unter zum Teil verheerenden Bedingungen abgebaut und zu Akkus verarbeitet.
Des Weiteren bräuchte man einen sehr ausgeklügelten Strommarkt, um mit ökologischem Strom unserem Mobilitätsdrang gerecht zu werden.
Fazit: Wir müssen langsam weg von der heiligen Kuh Auto!

Der Absatz im Fahrradmarkt steigt stetig an, um das Fahrrad jedoch als einen Teil der Lösung der Klima- und Verkehrsprobleme effektiv werden zu lassen, bräuchte es dementsprechende politische Maßnahmen.
Diese forderte der ADFC wieder mal am 7. April 2019 bei einer Radldemo in München. Es ging den nach Polizeiangaben rund fünfzehntausend Demonstranten (mehr als das Doppelte des Vorjahres) um regionale Forderungen wie zum Beispiel einen Ausbau des Altstadtrings München für den Radverkehr.
Aber über aller Regionalität stehen immer wieder die Forderungen: sichere, breitere und komfortablere Radwege, städteweites, lückenloses und engmaschiges Radverkehrsnetz, sichere, komfortable und stressfreie Kreuzungen und Einmündungen, bedarfsgerechte, flächendeckende und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten, flächeneffiziente und sozial gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums.

Der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagte unlängst in einem Interview im „Tagesspiegel“:
„Es reicht nicht, das Fahrrad als sauberes und gesundes Verkehrsmittel zu loben und Radfahrerinnen und Radfahrer mit größtenteils unzumutbarer Infrastruktur abzuspeisen. Die schlechten oder ganz fehlenden Radwege und Fahrradparkanlagen sind eine Bremse für die dringend notwendige Verkehrswende“.

Ein Blick ins Ausland zeigt wie es besser geht.
„Pro Jahr investiert der niederländische Staat pro Einwohner etwa 30 Euro in das weltweit am besten ausgebaute Radwegenetz, Radschnellwege und großzügige Fahrradparkhäuser.
In Deutschland liegen die Investitionen für die Radinfrastruktur bei unter fünf Euro pro Kopf“, rechnet der ADFC vor.
Das größere Engagement unserer Nachbarn zahlt sich aus: Pro Jahr legen Menschen in den Niederlanden laut dem Verband über 1.000 Kilometer mit dem Rad zurück, in Deutschland sind es nur 400 Kilometer, noch nicht einmal die Hälfte.
Es gibt also Beispiele, wie es besser geht, es gibt eine neue junge Generation „Fridays for future“ und es gibt uns, um etwas zu bewegen.

Nur, wie kann ich als Einzelner etwas erreichen?
Ich versuche, nach dem Motto: „Mein Auto steht, sooft es geht“ generell, wo es möglich ist, auf das Autofahren zu verzichten und meine autofreien Sonntage einzuführen.
Aber auch schon als Autofahrer jedem Radfahrer auf der Straße einen größtmöglichen Sicherheitsabstand zu gewähren, ist ein Schritt, den jeder leisten kann, um etwas zu bewegen.
Auf jeden Fall nehme ich nächstes Jahr wieder die hundert Radlkilometer nach München auf mich, um als Demonstrant den ADFC in seinen Forderungen zu unterstützen.

Anderl Bärtschi ist begeisterter Fahrradfahrer.
Nur in Endorfs Ortsmitte freut ihn sein Hobby nur wenig.

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