Auf Einladung der Grünen-Bundestagsabgeordneten Victoria Broßart machten sich Mandatsträgerinnen und –träger und Mitglieder der Grünen aus den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Wasserburg auf den Weg nach Berlin. Mit dabei aus Bad Endorf: Mareike Melain und Manfred Jäger, die sich gemeinsam mit einer großen, unternehmungslustigen Reisegruppe – aus jung und alt – im Zug von München in die Hauptstadt aufmachten.
Ein dicht gefülltes Programm
Über drei Tage hinweg erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges politisches, historisches und kulturelles Programm. Auf dem Plan standen unter anderem ein Besuch im Futurium, ein Informationsgespräch im Bundesministerium für Verkehr, eine eindrucksvolle Führung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand sowie der Besuch einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag mit anschließendem Rundgang durch die gläserne Reichstagskuppel.
Viele Programmpunkte hinterließen bleibende Eindrücke. Besonders bewegend waren die historischen Stationen, die bedrückende Parallelen zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen der 1930er-Jahre und heutigen Tendenzen eines Rechtsrucks aufzeigten. Gleichzeitig gab die junge Historikerin, die durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand führte, wichtige Einordnungen und erinnerte daran, nicht vorschnell Gleichsetzungen vorzunehmen. Geschichte fordere einen genauen Blick – und mutige Menschen, die sich heute wie damals für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen.
Gespräch mit MdB Victoria Broßart im Paul-Löbe-Haus
Ein Höhepunkt war die Diskussion mit der Bundestagsabgeordneten Victoria Broßart im Paul-Löbe-Haus. Sie berichtete aus der aktuellen Arbeit der Grünen Fraktion und gab einen Einblick in politische Entwicklungen: Zahlreiche Themen, die in der vergangenen Legislaturperiode von Opposition und Medien heftig kritisiert wurden – etwa das Gebäudeenergiegesetz – finden sich inzwischen im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung wieder. Gleichzeitig geraten wichtige soziale Projekte wie die Kindergrundsicherung, die unter der Ampel stark im Fokus standen, aktuell ins Hintertreffen. Die Bundes-Grünen nutzen ihre Oppositionsrolle nun dazu, konkrete Konzepte für eine zukünftige Regierungsbeteiligung auszuarbeiten – damit Lösungen bereitstehen, wenn sie wieder Verantwortung übernehmen.
Bei aller Größe der Hauptstadt, den historischen Gebäuden und der bundespolitischen Dimension mache sich schnell ein Gefühl von „Wir sind doch nur kleine Kommunalos“ breit. Doch dem widersprach Broßart deutlich: „Das Herz der Demokratie schlägt in den Kommunen.“ Ohne engagierte Menschen vor Ort funktioniere kein politisches System – weder in Berlin noch anderswo.
Zuversicht trotz Herausforderungen
Trotz der Sorgen um gesellschaftlichen Zusammenhalt und Klimapolitik in Bayern und Deutschland überwog am Ende die Zuversicht in der Reisegruppe. Der Besuch im Bundestag, insbesondere die gläserne Kuppel, vermittelte das Gefühl einer offenen und widerstandsfähigen Demokratie.
Vor allem aber waren es die Begegnungen innerhalb der Reisegruppe, die inspirierenden Gespräche und der spürbare gemeinsame Wunsch nach einem menschlichen, zukunftsfähigen und klimagerechten Miteinander, die Hoffnung machten.
„Wir sind so viele, die sich engagieren – und das gibt Mut!“, resümieren
Mareike Melain und Manfred Jäger

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