Von Dr. Gerhard Vilmar
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
man wird der OVB sicherlich nicht sonderlich kritischen Journalismus vorwerfen können. Umso mehr freuen wir uns über die folgenden klaren Worte: „Viele kleine punktuelle Maßnahmen müssen greifen, um die Wasserqualität zu verbessern …. in allen Seeanliegerkommunen und bei den zuständigen Fachbehörden wird mit aller Kraft an der Verbesserung des Gesamtzustands des Gewässers gearbeitet, (1) … denn der Stand des ‚Nährstoffeintrags aus der Fläche‘ ist unbefriedigend.“ (2)So die OVB – in ihren beiden Artikeln vom 16.5.1997 (1) und 18.4.2005 (2)!
Anruf beim Abwasserzweckverband Simssee, um ein aktuelleres Bild zu erhalten und zu fragen, ob die seit Jahren diskutierte Einbeziehung der Ratzinger Höhe in den Simsseeschutz mit den Gemeinden Frasdorf, Rimsting, Prien mittlerweile umgesetzt wurde. Die Antwort von Herrn Lohse, Geschäftsführer des AZV: „Es sind Gespräche gelaufen, aber zum Sachstand weiß ich auch nicht mehr“ – und er verweist darauf, dass einige Gullys geschlossen wurden.
In der OVB werden wir auch zu diesem Thema fündig: in einem Artikel vom 24.6.2021 wird ausführlich über drei verschlossene Gullys in Prutting berichtet. Angesichts von mehreren hundert Gullys rund um den Simssee, über die Nährstoffe in den See gelangen, werden wir wohl noch jahrzehntelang mit ähnlichen Berichten der OVB rechnen müssen.
Vielleicht sollte doch einmal über neue Köpfe und wesentlich konsequentere Aktivitäten nachgedacht und entsprechend gehandelt werden.
Der Befundbericht der österreichischen Seewissenschaftler für 2020, die in drei aufeinander folgenden Jahren den Simssee untersucht haben, liegt (uns) auch 16 Monate nach der Bestandsaufnahme trotz mehrfacher Versprechen von Landesamt und Ministerium nicht vor – oder wird unter Verschluss gehalten.
Angesichts aller Versäumnisse und einer immer wieder heftigen Schaumbildung im Uferbereich schließe ich mit Angela Merkel, deren Satz zum Versagen bei der Corona-Pandemie wohl auch für den Simsseeschutz zutrifft: „zu spät, zu wenig, zu langsam!“
Mit herzlichen Grüßen
Gerhard Vilmar

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