Der Saal während der vergangenen Gemeinderatssitzung im Februar war voll. Grund dafür die gemeindlichen Kindergartengebühren, die mit dem neuen Betreiber der Kita Katharina, erhöht werden sollten. Uns als Grünenfraktion erreichte ein Schreiben betroffener Eltern, die ihre Position in der Auseinandersetzung gerne veröffentlicht sehen wollen.
Wir als Fraktion kommen dem gerne nach.
Die Position der Eltern mit Kindern an der Kita Katharina:
„Die Belastung für die Eltern drastisch. Durch die Verrechnung mit dem 100-Euro-Zuschuss des Freistaats ergibt sich eine paradoxe Rechnung:
· Kindergarten: Eine Erhöhung um 55 EUR führt bei den Eltern zu einer realen Kostensteigerung des Eigenanteils von bis zu 110 %.
· Krippe: Hier bedeuten bis zu 100 EUR mehr pro Monat eine Steigerung von rund 38 %.
Standortpolitik und soziale Verantwortung
Ist es klug, die Attraktivität Bad Endorfs für junge Fachkräfte und Familien wegen eines Betrags zu riskieren, der im Gesamthaushalt kaum ins Gewicht fällt? Wer hier den Rotstift ansetzt, spart an der falschen Stelle.
Auch im Vergleich mit den Nachbargemeinden wird dies deutlich: Bad Endorf liegt bereits mit den aktuellen Sätzen großteils über dem Niveau der unmittelbaren Umgebung. Mit den geplanten Erhöhungen vergrößert sich der Abstand umso weiter und damit auch der Standortnachteil für Bad Endorf. Ein Vergleich bei einer Buchungszeit von 4–5 Stunden (vor Abzug der 100 Euro Förderung) zeigt:
· Im Kindergarten zahlen Eltern in Höslwang (134 EUR), Halfing (137 EUR) oder Gstadt (151 EUR) deutlich weniger als künftig in Bad Endorf (205 EUR).
· In der Krippe verschärft sich das Bild: Während Höslwang (212 EUR) und Halfing (181 EUR) weit unter der 300-Euro-Marke bleiben, plant Bad Endorf eine Erhöhung auf 330 EUR. Gstadt liegt bei 311 EUR.
Die Folgen: Ein Teufelskreis für die Gemeinde
Wenn die Betreuung finanziell nicht mehr attraktiv ist, hat das für Familien und die Gemeinde handfeste Konsequenzen:
· Rückzug aus der Betreuung: Eltern könnten gezwungen sein, Buchungszeiten zu reduzieren oder Plätze ganz zu kündigen. Dies führt zu sinkenden Einnahmen bei den Elternbeiträgen.
· Erhöhte Teilzeitfalle: Um die Kosten zu sparen, werden vor allem Mütter ihre Arbeitszeit reduzieren. Das verschärft den Fachkräftemangel vor Ort und mindert das Familieneinkommen sowie die Steuerkraft der Gemeinde.
· Attraktivitätsverlust: Wenn die Betreuung im Nachbarort günstiger ist, wird Bad Endorf für Zuzügler uninteressant – ein fataler Standortfaktor für die Zukunft.
Unsere Forderungen: Transparenz und Verhältnismäßigkeit
Wir plädieren dafür, diese 30.000 EUR durch Umschichtungen im 21,7-Millionen-Haushalt aufzufangen. Gleichzeitig fordern wir eine lückenlose Aufklärung der Kostenstruktur des Trägers. Bevor Eltern teilweise mit über 100 % Kostensteigerung konfrontiert werden, müssen Posten wie die Umlage der Verwaltungskostenstelle Haus St. Marien (117.091 EUR), die IT-Kosten (15.000 EUR) und sonstige betriebliche Kosten (20.900 EUR) transparent erläutert werden. Nur so lässt sich prüfen, ob alle Einsparpotenziale ausgeschöpft wurden und im Sinne der Eltern und Kinder gearbeitet wird.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, diese Zahlen unabhängig von Ideologien zu bewerten. Unser Ziel ist ein Bad Endorf, das durch eine faire und familienorientierte Politik überzeugt. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich vor Ort auch in den öffentlichen Sitzungen des Marktgemeinderats ein Bild von der Debatte zu machen.“
Martin Both

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