Was wir erreicht haben.

In wenigen Wochen werden Bürgermeister und Marktgemeinderäte gewählt. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um auf die vergangenen 6 Jahre zurückzublicken:

Was haben wir Grüne uns vorgenommen? Was haben wir erreicht? Und wofür fanden wir (bisher) leider keine Mehrheit?

Nun – Versprechungen vor einer Wahl sind zahlreich. Alle Gruppierungen und Bewerber kündigen an, für welche Anliegen sie sich im Fall der Wahl einsetzen werden. Ob sie sich daran hielten oder nach der Wahl ihre Versprechungen vergessen haben, sollen die Wähler entscheiden.

Wir Grüne nehmen jedoch für uns in Anspruch, daß wir sehr wohl eine Vielzahl von Initiativen unternommen und Anträge gestellt haben, um unsere Ziele aus dem Wahlprogramm umzusetzen. Das zeigt sich auch daran, daß die Grüne Fraktion auch in dieser Wahlperiode mehr Anträge gestellt hat als die übrigen vier Fraktionen gemeinsam.

Wir machen im Gemeinderat den Mund auf, stellen Anträge und arbeiten konstruktiv mit.Wir sagen es aber auch deutlich, wenn wir Entscheidungen für falsch halten. Das mag dem Bürgermeister und seiner Fraktion zuwider sein. Aber eine lebendige Demokratie lebt von Diskussion und dem Ringen um die beste Lösung für den Ort – und nicht davon, daß sich alle still hinter einer vermeintlichen Mehrheit einordnen.  

Drei von vielen Beispielen:

Schutz des Klimas.

Der Schutz unseres Klimas und der Umgang mit den Folgen der Klimaveränderungen ist ein Ur-Grünes Ziel.

Auf unseren Antrag hin wurde 2020 eine Klimaschutzmanagerin eingestellt. Diese wird zum größten Teil vom Bund bezahlt und kostet die Gemeinde kaum etwas. Unsere Klimaschutzmanagerin soll sowohl die Verwaltung als auch die Bürger dabei unterstützen, die internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz auf lokaler Ebene umzusetzen.

Nachhaltiges Bauen.

Im März 2021 gelang es uns – nach langen Diskussionen und einigem Widerstand von Seiten des Bürgermeisters – durchzusetzen, daß für das neue Schulzentrum soweit wie möglich Holz als nachhaltiges Baumaterial eingesetzt wird. Der Bau des Schulzentrums schreitet voran – und alle sind mittlerweile mit dem Holzhybrid-Bau glücklich.
Und wir Grüne als diejenigen, die mit unserem Antrag und unserem Engagement den Anstoß zu dieser Bauweise gegeben haben, natürlich besonders!

Sichere Wege für alle.

Wir arbeiten für eine Mobilität, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird und die zugleich die Klimaziele, die sich unser Land gesetzt hat, unterstützt.

Die Situation für Radfahrer und Fußgänger in unserem Ort ist katastrophal. Es fehlt an Sicherheit, Raum und Komfort. Mit diversen Initiativen und Anträgen haben wir hier Druck gemacht.
Besonders freuen wir uns über den Fußgängerüberweg an der Hofhamer Straße, der mehr Sicherheit für Fußgänger bietet. Insbesondere Schulkinder, ältere oder gehbehinderte Menschen sind glücklich, diese vielbefahrene Straße nun sicherer überqueren zu können.

Vor über 6 Jahren stellten wir den Antrag für eine zeitgemäße Radabstellanlage am Bahnhof, die es Radlern erlaubt, Räder sicher, trocken und im Licht abzustellen. Die Kosten für diese „Bike & Ride“ Anlage werden größtenteils von der Deutschen Bahn übernommen. Der Marktgemeinderat stimmt dem Antrag zu – bis heute ist dieser Beschluß allerdings noch nicht umgesetzt. Wir werden es aber nicht vergessen und weiterhin auf Umsetzung drängen.

Bezahlbares Wohnen

Wir stellten bereits 2016 einen Antrag, auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Chiemseestraße neben dem Autohaus bezahlbares Wohnen zu schaffen. 

Im letzten Jahr waren es nur die Grünen, die durch Öffentlichkeitsarbeit darauf gedrängt haben, daß der Marktgemeinderat sich nach langem Zögern wenigstens den Vorschlag des TSV Bad Endorf anhört, auf dem Bolzplatz am Ströbinger Hang Wohnraum zu schaffen.

Das Interesse des Bürgermeisters und der übrigen Parteien an bezahlbarem Wohnen war und ist unverändert bescheiden.

Aber wir Grüne werden nicht locker lassen. 

Eine Reihe unserer Anträge wurden von Bürgermeister und Marktgemeinderat abgelehnt.  Warum – das blieb manchmal rätselhaft.

Auch hierzu einige Beispiele:

So drangen wir zum Beispiel mit unserem Antrag nicht durch, Bad Endorfs aus der Zeit gefallene Stellplatzverordnung für Autos zu aktualisieren.

Mit 8 zu 8 Stimmen war die Entscheidung dagegen äußerst knapp. Und damit hinkte Bad Endorf ein weiteres Mal hinter vielen Gemeinden her, die diesen Schritt schon längst gegangen sind.

Auch gesundes Essen für Kindergarten und Hort – wenn immer möglich lokal und biologisch – lehnte der Marktgemeinderat ab.
Die Mehrkosten für die Eltern wären minimal gewesen.
Diese Entscheidung war und bleibt uns ein Rätsel: Warum sind uns unsere Kinder diese wenigen Euros nicht wert?

Der Rat stimmte auch dagegen, sich über einen möglichen Linienverkehr auf der LEO-Strecke von Endorf über Halfing und Amerang nach Obing informieren zu lassen. Nachdem die Gemeinden an der Strecke bereits Interesse bekundet hatten, ging es erstmal nur darum, sich zu informieren.
Warum Bürgermeister und Marktgemeinderat selbst dies ablehnten, war und bleibt unverständlich …

Besonders bitter war die Ablehnung unseres Vorschlages, daß die Gemeinde wenigstens die Rahmenbedingungen für einen Kauf der Immobilien des Katharinenheimes klären soll. Es ging hier nicht bereits um eine Entscheidung, sondern allein darum, Klarheit zu schaffen: Wäre der Kauf eine mögliche Option? Bürgermeister und die Mehrheit der Marktgemeinderäte sagten nein.

Alle unsere Anträge – und was daraus geworden ist – finden sich im Internet unter www.gruene-endorf.de

Was ist das Fazit aus der zu Ende gehenden Wahlperiode?

Wir haben unser Programm ernst genommen. Wir haben versucht, daß, was wir versprochen haben, umzusetzen. Und einiges haben wir auch erreicht.

Aber wir haben noch viel mehr vor.
Die Endorfer Grünen stehen für alle ein, die unseren lebenswerten Ort für ALLE Bürger weiterentwickeln wollen:
Zu einem Ort, der endlich Fußgänger und Radfahrer als Verkehrsteilnehmer ernst nimmt.
Zu einem Ort, der endlich einen Beitrag für bezahlbares Wohnen leistet.
Zu einem Ort, der endlich Maßnahmen ergreift, um die Folgen der Klimaveränderungen zu dämpfen.

Erfolge freuen uns, Niederlagen entmutigen uns nicht.
Wir arbeiten und kämpfen weiter.

Eduard Huber

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