Es gilt unverändert: Die Grünen im Marktgemeinderat sind die fleißigste Fraktion.
Wir haben seit den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 mehr Anträge gestellt als alle anderen Fraktionen gemeinsam.
Unsere Schwerpunkte lagen dabei auf den Themen Verkehr, Wohnen und Klima.
Im folgenden einige Beispiele:
Wir wollen alle neuen Bauleitplanungen um Regelungen und Vorschläge für klimagerechtes und nachhaltiges Bauen ergänzen.
Damit würde Bad Endorf dem Beispiel vieler anderer Kommunen in Bayern folgen.
Unser Antrag, daß die Gemeinde – fachkundig begleitet – hierzu einen Entwurf (zum Beispiel ähnlich wie Bad Aibling) erstellt, wurde abgelehnt.
Die Endorfer Stellplatzverordnung atmet den Geist der 80er Jahre und fordert viel mehr Parkplätze als in vergleichbaren Kommunen (wie zum Beispiel in Prien).
Das kostet wertvollen Raum, der für Grünflächen, Fußgängerwege – aber auch Wohnraum verwendet werden könnte.
Diese Stellverplatzverordnung erschwert Nachverdichtungen.
Und sie entspricht sicher nicht den Anforderungen, die heute an Bauen und Verkehr gestellt werden.
Unser Antrag, sie auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, fand trotzdem keine Mehrheit.
Unverständlich war die kürzlich erfolgte Entscheidung des Marktgemeinderates, sich nicht informieren zu lassen, welche Chancen und Risiken eine mögliche Reaktivierung der Lokalbahn von Endorf nach Obing (LEO) bieten könnte.
Bereits die Beschäftigung mit diesem Thema wurde rundweg abgelehnt.
Eine Entscheidung, die nicht nur wir, sondern auch die übrigen Gemeinden an der Zugstrecke, die diese Diskussion durchaus wollen, schwer nachvollziehen können.
Aber es gab auch erfreuliche Ergebnisse:
Stolz sind wir, daß es gegen den Widerstand des Bürgermeisters gelang, den Marktgemeinderat davon zu überzeugen, daß für das neue Schulzentrum im beträchtlichem Maß Holz verwendet werden soll.
Die „Holzhybrid-Bauweise“ verringert den Einsatz von Beton und ist durch den Einsatz eines nachwachsenden Rohstoffes nachhaltiger und klimaverträglicher als herkömmliche Bauten.
Und besonders für eine Schule und einen öffentlichen Bau ist das ein deutliches Signal.
Einige Anträge wurden angenommen – aber bisher von der Verwaltung noch nicht umgesetzt:
So warten wir zum Beispiel seit über einem Jahr auf die im November 2021 beschlossene Einrichtung eines Arbeitskreises „Rad – und Fußverkehr“.
Im Januar 2022 wurde unser Antrag angenommen, einen Fußgängerüberweg an der Hofhamer Straße anzulegen. Auch dies ist noch nicht geschehen.
Hier werden wir beharrlich sein und auf Umsetzung der Entscheidungen des Marktgemeinderates drängen.
Alles in allem zieht die Grüne Fraktion nach gut zwei Jahren eine durchwachsene Bilanz:
Wichtige Themen werden in unserer Gemeinde trotz unseres Drängens weiterhin nicht angefaßt. Wir verlieren dadurch wertvolle Zeit.
Manches gelang – und besonders den nachhaltigen Holzhybridbau des Schulzentrums schreiben wir unsere Fahnen.
Bei einigen Beschlüssen werden wir darauf achten müssen, daß sie im Rathaus umgesetzt werden.
Und in den nächsten Jahren werden wir weiterhin unsere Erfahrung und unser Wissen konstruktiv einbringen, Anträge stellen und mit Veröffentlichungen dafür werben und kämpfen, daß sich auch das Rathaus in Bad Endorf den zukünftigen Anforderungen stellt.
Eduard Huber
PS: Alle Anträge (und was daraus geworden ist) stehen im Internet:
Unsere Anträge – Grüne EndorfGrüne Endorf (gruene-endorf.de)

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