Abgeblitzt sind wir mit unserem Antrag, die Verpflegung in Hort und Kita auf eine möglichst regionale und biologische Küche umstellen.
Mit Blick auf die neuen Küchen, die für Hort, Schule und Kita aufwändig geplant werden, und im Wissen, dass inmitten in Endorf eine Großküche entstehen wird, die genau den Anforderungen unseres Antrags entsprechen könnte, schien uns ein derartiger Antrag sinnvoll.
Zumal derzeit die Kinder im Hort mit Tiefkühlkost aus Aluschalen verköstigt werden und die Diskussionen um die Herausforderungen des Klimawandels deutliche Vorteile für vor Ort vermarktete Waren, für kurze Lieferketten und saisonale, biologische Lebensmittel sehen.
Natürlich wäre ein besseres Speisenangebot auch ein Zeichen von Wertschätzung und eine Möglichkeit für die Kinder heimische Lebensmittel kennenzulernen.
Die Gründe, die vor allem die CSU gegen unseren Antrag vorbrachte, waren letztlich äußerst diffus und eher von parteilicher Voreingenommenheit getragen. Man wolle – so die eher nachvollziehbareren Argumente – eine Kostensteigerung vermeiden, die im ungünstigsten Falle dazu führten, dass Kinder vom Mittagstisch abgemeldet würden.
Den Einwand, dass andernorts bereits Küchen ohne nennenswerte Kostensteigerung auf biologische erzeugte Lebensmittel umgestiegen sind, wollte man im Kreis der CSU und ÜWG-Freie Wähler-Gruppe nicht hören.
Exotisch wirkten dann die Argumente, die aus der Frage nach der Verpflegung eine Frage der persönlichen Freiheit herauslesen wollen: Es sei nicht die Aufgabe des Gemeinderates einen Speiseplan für den Kindergarten zu erstellen. Keine Frage.
Durchaus Aufgabe des Gemeinderates ist es jedoch, die Verträge mit den Betreibern zu gestalten – und in diesen finden sich üblicherweise auch Absätze, die das Speisenangebot regeln. Dass der Antragstext unmissverständlich darauf abzielte, diese Verträge künftig anzupassen – auch das stieß auf taube Ohren beim schwarzen Block im Endorfer Gemeinderat.
Grotesk und vielleicht auch etwas hilflos war schließlich der Versuch, der Grünen Fraktion einen Widerspruch nachzuweisen: Setze die sich doch bisweilen durchaus auch für Fair-Trade-Ware aus Übersee ein, während sie jetzt im vorliegenden Antrag dann wieder das Regionale hervorhob. Wie gesagt: grotesk und als Argument nur schwer nachzuvollziehen.
Immerhin einer der Landwirte innerhalb der CSU-Fraktion entschloss sich letztlich für den Antrag zu stimmen. Ihm muss gedämmert haben, dass kein Widerspruch zwischen dem Fair-Trade-Gedanken und eine Stärkung regionaler Vermarktung besteht. Die Aussicht, seine Parteifreunde künftig mit Orangen, Kaffee, Tee und Baumwolle aus Endorfer Feldern versorgen zu müssen, war offenbar als Herausforderung zu groß.
Martin Both.

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